Beruflich auf den Hund gekommen

Seit tausenden Jahren ist der Hund domestiziert und wird heute meist als Heimtier gehalten. Früher wurde er vor allem als Nutztier eingesetzt, heute nutzt man seine Fähigkeiten auch als Polizei- oder Blindenführhund.

Rettungshund sucht in Trümmern nach verschütteten Personen. (Bild: Redog)

Rettungshund sucht in Trümmern nach verschütteten Personen. (Bild: Redog)

von Regula Zellweger


Wohl keine andere Tierart hat sich im Laufe der Jahrtausende so stark auf die Bedürfnis­se des Menschen eingestellt wie der Hund. Er gilt als der beste Freund des Menschen. Hunde werden heutegezielt zu Spezialisten mit besonderen Aufgaben ausgebildet. Neben den Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Mensch und Hund spielt dabei der leistungsfähige Geruchssinn der Tiere oft eine wichtige Rolle. Hunde riechen eine Million Mal besser als Menschen, hören besser und können in der Dämmerung besser sehen.



Partner im Polizeidienst


Polizeihunde üben spätestens seit der Krimiserie «Kommissar Rex» eine besondere Faszination aus. Diensthunde bei der Polizei werden für verschiedene Aufgaben ausgebildet: Schutzhund, Spürhund, Drogenspürhund, Sprengstoffspürhund, Brandmittelspürhund, Leichenspürhund, Personensuchhund und Geldmittelspürhund. Auch im Zollbereich stehen sie im Einsatz. Und beim Militär werden die Tiere für ähnliche Aufgaben ausgebildet. Sie unterstützen die Suche nach Vermissten, Verschütteten oder Flüchtigen.



Rettungshunde


Der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde Redog bildet als Mitglied des Schweizerischen Roten Kreuzes Katastrophenhunde- und Geländesuchhundeteams aus. Wird eine Person vermisst, können Teams rund um die Uhr über eine Notrufnummer angefordert werden. Die Suche ist für die Angehörigen der vermissten Person kostenlos. Katastrophenhundeteams kommen auch im Ausland zum Einsatz, beispielsweise nach Erdbeben. Der Schweizer Alpenclub und die Rega gründeten ausserdem die Stiftung Alpine Rettung Schweiz ARS. Ausgebildete ARS-Rettungshunde­teams werden als Suchhilfen für Personen eingesetzt, die durch Lawinen verschüttet oder in unwegsamem Gelände vermisst werden.



Blindenhunde


Bekannte «berufstätige» Hunde sind zudem auch Blindenhunde. Bereits im 15. Jahrhundert hiess es in einer Bettelordnung: «Es soll in Zukunft kein Bettler einen Hund haben oder aufziehen, es sei denn, er wäre blind und brauchte ihn.» Die Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde in Allschwil bildet seit 1972 Blindenführhunde aus und betreut den blinden oder sehbehinderten Führhundehalter mit seinem Begleiter lebenslänglich. Diese Aufgabe nehmen ausgebildete Blindenführhundeinstruktoren (HFP) wahr. Junge Blindenhunde verbringen mindestens ein Jahr bei einer Patenfamilie, bevor sie ausgebildet werden. Paten­familien werden immer wieder gesucht.



Hunde in sozialen Einsätzen


Assistenzhunde ermöglichen Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung eine bessere Lebensqualität. Man kennt auch die Bezeichnung «Behindertenbegleithund». Heute sind zudem Autismushunde im Einsatz. Sie geben autistischen Kindern Sicherheit und unterstützen die Familien dabei, das Kind auf das Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Ausgebildete Sozialhun­de nehmen unter anderem Aufgaben in Heimen und Kliniken wahr. Halter von Sozialhunden arbeiten meist unentgeltlich. Ein Beispiel: Diabetikerwarnhunde sind Assistenzhunde, die gefährliche Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern erkennen können und eine Unter- oder Überzuckerung durch ein erlerntes Verhalten anzeigen.



Vielfältige Funktionen


Signalhunde wiederum übernehmen die Hörfähigkeit für schwerhörige oder gehörlose Menschen und zeigen Geräusche in seiner Umgebung an. Die Aufgaben eines Signalhundes werden individuell auf die Bedürfnisse eines Betroffenen abgestimmt. PTBS-Assistenzhunde sind zudem speziell für die Einschränkungen einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgebildet. Menschen, die ihre Wohnung aus Angst sonst nicht verlassen können, gibt der PTBS-Assistenzhund draussen Sicherheit.
Hundebesitzer mit speziell ausgebil­deten Hunden engagieren sich oft auf freiwilliger Basis für ihre Mitmenschen.



Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG


Weiterführende Informationen:
www.redog.ch


(Erstellt: 27. Juni 2018)

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