Zukunftspotenzial dank globaler Entwicklung.

Mit den Entwicklungen in Technik, Informatik und Kommunikation gewinnt das Supply-Chain-Management immer mehr Bedeutung. Wollen Unternehmen konkurrenzfähig bleiben, müssen sie sich digitalisieren und vernetzen.

In der Schweiz sind fast 200'000 Menschen in der Logistik tätig - mehr als im Finanzsektor. Fotolia

In der Schweiz sind fast 200'000 Menschen in der Logistik tätig - mehr als im Finanzsektor. Fotolia

von Regula Zellweger


Die Berufswelt Logistik wird oft unterschätzt. Denn Logistik ist für die Endkunden erst spürbar, wenn sie nicht funktioniert. Dabei spielt die Logistik in der Schweizer Wirtschaft eine tragende Rolle. Sie macht rund 6,5 Prozent des Schweizer Inlandproduktes aus. Gegen 200 000 Personen sind in diesem Wirtschaftszweig tätig. Mehr als in der Schweizer Finanzwirtschaftsbranche. Die Arbeitswelt Logistik teilt man in die drei Bereiche Lagerlogistik, Distribution und Spedition/Aussenhandel ein.


Dreiteilung Arbeitswelt


Unter Lagerlogistik subsummiert man die Lagerbewirtschaftung, Kommissionierung, Konfektionierung, Verarbeitung der Stückgüter und den internen und externen Versand sowie die Entsorgung. Oft wird der Einkauf zu den innerbetrieblichen Logistikleistungen dazugezählt. Grosse Unternehmen verfügen oft über eigene Inhouse Logistik. Logistikkonzerne bieten ihren Kunden umfassende Logistiklösungen an.


Die Distribution, auch Absatzlogistik genannt, umfasst die Gestaltung, Steuerung und Kontrolle aller Prozesse, die notwendig sind, um Güter von einem Industrie- oder Handelsunternehmen zu dessen Kunden zu liefern. Der grösste Schweizer Arbeitgeber in diesem Bereich ist die Schweizerische Post.


Spedition und Aussenhandel umfasst die Organisation der Beförderung von Waren im Güterverkehr. Der Spediteur ist Anbieter der Transportleistungen per Eisenbahn, Lastwagen, Flugzeug, Transportrad, Schiffen (Frachtern). Dies erfolgt oft international und verlangt deshalb auch Verzollungsdienstleistungen. Der Aussenhandel ist ein relevanter Faktor für die wirtschaftliche Situation vieler Länder – und damit auch mit der Politik verbunden.


Der Lehrberuf Logistiker


Auf der Hitliste der Lehrberufe steht Logistiker/in EFZ auf Platz zehn. Bei höheren Bildungsabschlüssen fällt die Logistik aber weit zurück. Deshalb herrscht Fachkräftemangel in der Arbeitswelt Logistik und Transport. Die Unternehmen sind gezwungen, ihre Mitarbeiter weiterzubilden, und auch ein Quereinstieg in die Branche ist gut möglich.


Andere Grundausbildungen wie Aussenhandelsfachmann, Speditionsfachfrau, Disponentin Trans­port und Logistik, Einkaufsfachmann oder Zolldeklarant können eine Basis für eine erfolgreiche Karriere in der Logistikbranche sein.


Internationale Speditionslogistik


Im Internet findet man auf der Seite von Spedlogswiss Statements von jungen Menschen, die überzeugend für eine Lehre als Kauffrau/mann Internationale Speditionslogistik werben. Die Gründe sind einleuchtend.


Der Kaufmännische Verband relati­viert aber: «Bei der Logistik-Branche handelt es sich um eine sehr kleine Ausbildungsbranche im kaufmännischen Bereich. Es sind weniger als hundert von jährlich insgesamt 14 000 KV-Lernenden, die eine Grundausbildung in dieser Branche abschliessen.»


Dies bestimmt, weil die Laufbahnmöglichkeiten auf der Basis dieser Grundbildung viel zu wenig bekannt sind.


Vielfältige Laufbahnen möglich


Ein Laufbahnschritt nach dem Lehrabschluss kann das Absolvieren einer Höheren Fachprüfung (HFP) sein, beispielsweise als Aussenhandelsleiter, Betriebsleiterin Transport und Logistik, Einkaufsleiter, Logistikerin, Speditionsleiter oder Supply-Chain-Managerin sein.


Der Abschluss einer Höheren Fachschule als Techniker HF Unternehmensprozesse / Vertiefung Betriebstechnik oder als Technikerin HF Unternehmensprozesse / Vertiefung Logistik macht fit für Führungsfunktionen. Auch als Zollexpertin HF hat man sehr gute Karrierechancen.


Mit einer Berufsmatura besteht der Zugang zu verschiedenen Bachelor- und Masterstudien, mit denen man sich in der Welt der Logistik positionieren kann. In den oberen Etagen findet man beispielsweise Betriebsökonomen, Verkehrsingenieurinnen oder Wirtschaftsingenieure.


Akademische Logistik-Berufe


Auf der Stufe von universitären Abschlüssen findet man beispielsweise Wirtschaftswissenschaften, European Business, International Trading, Commodity Finance and Shipping, Systemtechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Im Institut für Supply-Chain- Management an der Universität St. Gallen wird nicht nur gelehrt, sondern auch geforscht. Immer mehr Dissertationen befassen sich mit Themen rund um das Supply-Chain- Management.


Berufsbegleitend können hier auch Weiterbildungen auf oberster Stufe absolviert werden. An der Universität St. Gallen befindet sich zudem das Supply-Chain- Finance Lab der Schweizerischen Post, das sich mit der Erforschung der Schnittstelle von Supply-Chain-Management, Logistik und Finanzierung beschäftigt.


Arbeit wird komplexer


Vor allem der Lager- und Transportbereich ist traditionell eine Männerdomäne. In der Disposition und der Kommissionierung bilden weibliche Berufstätige die Mehrheit. Mit dem Fortschreiten der Technisierung, beispielsweise der Robotertechnik, positionieren sich aber immer mehr Frauen in der Logistik-Branche.


Die Arbeit im Logistikbereich verlagert sich von Lagerarbeiten, die körperliche Robustheit verlangen, mit der fortschreitenden Entwicklung von Technik und Robotik immer mehr in die Bürowelt. Dies bedeutet etwa bei der Schweizer Post eine Änderung der verlangten Kompetenzen der Mitarbeitenden.


Generell gilt: Einfache manuelle Arbeiten fallen weg, aber für komplexe, anspruchsvolle Aufgaben werden gut ausgebildete Fachpersonen gesucht.


(Erstellt: 14. April 2018)

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