Engagement kennt keine Altersgrenze

Lebensbegleitende Bildung ist in unserer immer älter werdenden Gesellschaft unerlässlich geworden. Umweltbildung z.B. befasst sich mit Themen, die auch im fortgeschrittenen Alter relevant sind.

Die Sinnesreize der Natur bilden eine ideale Basis, um das Erinnerungsvermögen zu stimulieren. - ZVG

Die Sinnesreize der Natur bilden eine ideale Basis, um das Erinnerungsvermögen zu stimulieren. - ZVG

von Gabriella Rabner-Gideon


Nasses Holz berühren, duftendes Heu beschnuppern oder raschelndem Laub lauschen. Speziell bei älteren Menschen schaffen die vielen Sinnesreize der Natur eine ideale Basis, um das Erinnerungsvermögen zu stimulieren. Auch für fitte Senioren ohne kognitive Defizite öffnen sich durch Aktivitäten rund um die Umweltbildung neue Türen.


Zwei Umweltingenieurinnen aus Zürich, Peppina Hafner und die Autorin dieses Berichts, widmen sich deshalb der Umweltbildung für Senioren. Regelmässige Bildungsanlässe wie Vorträge, Workshops, Exkursionen oder auch Museumsbesuche rund um das Thema Natur und Umwelt gehören zu ihrem Angebot. Im Vordergrund stehen Erlebnis sowie Erkenntnis. Denn Umweltbildung eignet sich ideal, um Menschen in der nachberuflichen Lebensphase Themen wie Solidarität, Mitverantwortung und Zukunftsszenarien nahe zu bringen.


Individuelles Handeln fördern


Umweltbildung beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Das Aneignen und Verfeinern von Kompetenzen zum Verständnis ökologischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Zusammenhänge sind dabei zentrale Anliegen. Im Zentrum stehen der Ausbau der persönlichen Handlungsbereitschaft und die Befähigung zu respektvollem Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Angebote in der Umweltbildung vermitteln den Teilnehmenden die notwendigen Instrumente, um Situationen eigenständig zu beurteilen, entsprechende Entscheidungen zu treffen und ihre persönlichen Werte zu hinterfragen.


Die reiche Lebenserfahrung der Senioren ist ein wertvoller Wissensschatz bei der Auseinandersetzung mit Umweltfragen. Sie ermöglicht es, sich über individuelle Handlungen hinaus mit gesellschaftlichen und zukunftsorientierten Lösungen zu befassen.


Die Seniorenuniversität Zürich und die Stiftung Alterswohnen Zürich (SAW) bieten umweltbildnerische Aktivitäten an. Im Vordergrund stehen Fragen, die in unserer Gesellschaft aktuell diskutiert werden, zum Beispiel Biodiversität und Ökologie im urbanen Raum, globale Erwärmung, Mobilität, die Herausforderung des umweltschonenden Konsums, der Dschungel der Produkte-Label und vieles mehr. Nach der theoretischen und praktischen Aufbereitung des gewählten Themas tauschen die Teilnehmenden Informationen und Erfahrungen aus. Das neue Wissen sollte dabei möglichst nah am Alltag der Senioren sein, damit es auch angewendet werden kann.


Kompetenzen fördern


Umweltbildung beschränkt sich vor allem im Zusammenhang mit Senioren nicht nur auf das Vermitteln und Verwerten von Informationen, sondern ermöglicht auch sinnliche Erfragungen, kreatives Gestalten und die aktive Begegnung mit der Natur. Umweltbildung beinhaltet in ihrem umfassenden Sinne neben der Sensibilisierung und Bewusstseinsvermittlung auch emotionale und kognitive Komponenten. Theorie und Praxis geben sich die Hand, sie stehen in direktem Bezug zueinander.


Lebensbegleitende Bildung ist in unserer immer älter werdenden Gesellschaft unerlässlich geworden und gehört in vielen Bereichen zur gängigen Praxis. Heute haben wir den gesellschaftlichen Anspruch, auch im hohen Alter möglichst lange selbstständig und aktiv zu bleiben. Dabei bieten Umweltthemen die Möglichkeit, individuelle und zukunftsgerichtete Gestaltungsprozesse und Kompetenzen zu pflegen und zu fördern.


Hinzu kommt, dass nicht nur die Senioren selbst von Sensibilisierungs- und Weiterbildungskursen im Umweltbereich profitieren, sondern die ganze Gesellschaft. Ältere Menschen erleben so auch in reifem Alter die Möglichkeit, Neues und Produktives für ihren Alltag zu lernen. Ganz nach dem Credo: Engagement und Verantwortung kennt keine Altersgrenze.


Weiterführende Informationen:
www.umweltsenioren.ch


(Erstellt: 16. Februar 2018)

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