Traumjob mit Verantwortung

Sonja Geissbühler leitet seit rund vier Jahren einen Coop-Supermarkt. Ihr Beruf ist für sie fast schon eine Berufung, und sie kann sich kaum vorstellen, für ein anderes Unternehmen zu arbeiten.

Sie ist eine von rund 900 Leiterinnen und Leitern von Coop-Supermärkten und zählt mit 31 Jahren zu den jüngsten: Sonja Geissbühler.

Sie ist eine von rund 900 Leiterinnen und Leitern von Coop-Supermärkten und zählt mit 31 Jahren zu den jüngsten: Sonja Geissbühler.

Von Karin Meier


Sonja Geissbühlers Arbeitstag beginnt meist früh. Sehr früh: Mehrmals pro Woche schliesst sie kurz vor 6 Uhr die Tür «ihrer» Coop-Verkaufsstelle Zürich Maagplatz auf, spätestens um 6 Uhr kommen die weiteren Mitarbeitenden der Frühschicht hinzu. Bis um 6.30 Uhr, wenn der Laden öffnet, muss alles für den Tag vorbereitet sein. Mit 400 Quadratmetern inkl. Essbereich zählt er flächenmässig zwar zu den eher kleinen, doch dank 3000 Kunden pro Tag gilt er als Hochfrequenzladen. Viel los ist vor allem an Wochentagen morgens sowie um die Mittagszeit, wenn die Angestellten der umliegenden Büros ihr Znüni und Mittagessen einkaufen. Dafür ist es am Samstag vergleichsweise ruhig.


Als Geschäftsführerin sorgt Sonja Geissbühler dafür, dass die Regale gefüllt sind, die Produkte in Reih und Glied stehen und der Laden ansprechend gestaltet ist. Ein Grossteil ihrer Arbeit läuft jedoch im Hintergrund. Sie führt ihre 16 Mitarbeitenden, von denen die meisten wie sie in einem 100 %-Pensum tätig sind, erstellt die Einsatzpläne für sie, bildet sie aus und fördert sie. Weiter muss sie ihre Kennzahlen im Auge behalten: Stimmt der Umsatz, liegen die Warenabschreibungen im vorgesehenen Bereich, wird das Personal richtig eingesetzt?


Ziele, die zu erreichen sind


Obwohl Fragen wie diese Sonja Geissbühler stets beschäftigen, empfindet sie sie nicht als Belastung: «Ich betrachte die Kennzahlen als Ziele, die es zu erreichen gilt.» Gerade bei den Warenabschreibungen könne man viel selbst steuern: «Wir bereiten nicht 300 Sandwiches auf einmal vor, sondern vielleicht 200, und dann immer nur weitere 10, damit wir bei Ladenschluss um 22 Uhr möglichst keine übrig haben.» Sie selbst ist um diese Zeit meist nicht mehr da, denn die Frühschicht endet um 15 Uhr. Danach übernimmt die Crew der Spätschicht, die von 14 Uhr bis 22.30 Uhr dauert. Sonja Geissbühler gefällt das: «So bleibt viel vom Tag übrig.»


Zu Coop und zum Detailhandel kam Sonja Geissbühler über einen Umweg. Sie entschied sich zunächst, ihr Hobby Reiten zum Beruf zu machen, und absolvierte eine Lehre als Bereiterin. Bald merkte sie, dass sie am falschen Ort war. «Die Ausbildung war körperlich sehr anstrengend und umfasste 54 Arbeitsstunden pro Woche. Ich musste mein ganzes Leben dafür hergeben», sagt Sonja Geissbühler. Um nicht wegen des Berufs auch die Freude am Hobby zu verlieren, entschied sie sich noch während der Lehre, sich nach dem Abschluss beruflich neu zu orientieren.


Immer weiter hinauf


2008 fing sie als Quereinsteigerin bei Coop an, wo sie sich dank ihres Ehrgeizes nach und nach hocharbeitete. Erst wurde sie Rayonleiterin, dann stellvertretende Geschäftsführerin, schliesslich Geschäftsführerin einer anderen Verkaufsstelle. Weil sie ihre Sache gut machte, bot ihr ihr Vorgesetzter Besim Ramadani, der als Verkaufschef für 42 Zürcher Coop-Verkaufsstellen verantwortlich ist, im Sommer 2015 die Leitung der Geschäftsstelle Zürich Maagplatz an. Sonja Geissbühler überlegte nicht lange und sagte zu.


Die Qualifikationen für ihre Funktionen erwarb sich Sonja Geissbühler bei Coop Campus, der internen Ausbildungsstätte von Coop. Um bei Coop für eine Stelle als Geschäftsführerin in Frage zu kommen, musste sie verschiedene Fach- und Führungskurse sowie einen Laufbahnkurs absolvieren.


Welche Kurse erforderlich sind, hängt auch vom Schulsack des Kandidaten ab: «Mit Coop Campus können wir unsere Mitarbeitenden fast punktgenau ausbilden, sodass sie genau das lernen, was sie später brauchen», sagt Besim Ramadani. Weiter verlangt Coop für die Funktion des Geschäftsführers einen Lehrabschluss sowie Erfahrung als stellvertretende Filialleiterin samt guter Beurteilung des Vorgesetzten.


Gezielte interne Förderung


Sind diese Voraussetzungen erfüllt, müssen sich die Interessenten in einem Rekrutierungsgespräch und einem diagnostischen Test für die neue Aufgabe qualifizieren. Dank der gezielten internen Förderung kann Coop rund Drei Viertel der Kaderstellen mit eigenen Mitarbeitenden besetzen.


Für Sonja Geissbühler ist Geschäftsführerin ein Traumjob: «Meine Arbeit ist abwechslungsreich, und wenn ich morgens aufschliesse, freue ich mich auf den Tag.» Ihre Karriere soll jedoch weitergehen: Derzeit befindet sie sich in Ausbildung zur Detailhandelsspezialistin, und sie kann sich vorstellen, in einigen Jahren eine weitere Stufe zu erklimmen und Verkaufschefin zu werden. Dass dies bei ihrem jetzigen Arbeitgeber sein wird, ist für sie klar: «Ich habe Coop-Blut und will in diesem Unternehmen weitermachen.»


Quelle: Tages Anzeiger, Beilage "BILDUNG"


(Erstellt: 4. Dezember 2017)

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