Wenn alles perfekt sein muss

Wenn ein Brautpaar den Tag seiner Hochzeit geniessen kann und seine Trauzeugen als Gäste teilnehmen, steckt oft ein Wedding Planer dahinter. Er sorgt mit akribischer Planung dafür, dass an diesem Tag alles rund läuft.

Von Karin Meier


«Mit der Planung einer Hochzeit sollte man ungefähr ein Jahr im Voraus beginnen. Wünscht man eine sehr begehrte Lokalität, dann noch früher», sagt Lidia Oehrli, Hochzeitsplanerin aus Adliswil ZH. Die 35-Jährige hat vor zweieinhalb Jahren ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und nach einer Ausbildung als Hochzeitsplanerin ihr eigenes Unternehmen, «Your Big Day», gegründet. Seither hat sie rund 16 Hochzeiten mit durchschnittlich 80 Gästen geplant.


Wer sie engagiert, wünscht sich meist nichts Ausgefallenes oder besonders Gediegenes, sondern möchte die eigene Hochzeit in entspanntem Rahmen geniessen können. «Brautleute und Trauzeugen sind keine Organisations- oder Event-Profis, und sie kennen bei der Planung des Ablaufs die Details nicht, auf die es ankommt», sagt Oehrli. Begibt sich die Hochzeitsgesellschaft nach der Trauung an einen anderen Ort, sollte dies rasch geschehen, damit bis zum Apéro und den Gratulationen nicht viel Zeit verstreicht. In diesem Fall verlässt das Brautpaar die Kirche als erstes, und empfängt die Gäste am neuen Ort. Nimmt es die Gratulationen direkt vor dem Trauungsort entgegen, verlässt es diesen als letztes.


Ein Auge fürs Detail


Es sind viele Kleinigkeiten wie diese, die Lidia Oehrli akribisch plant. «Ich stecke rund 200 Stunden in die Vorbereitung einer Hochzeit», sagt sie. Dazu gehören meist fünf bis sechs Treffen, um Lokalität, Ablauf, Transportmittel, Dekorationen, Drucksachen, Unterhaltung sowie das Styling der Brautleute zu besprechen. Danach arbeitet sie Vorschläge aus. Vor der Hochzeit unternimmt sie mit den Brautleuten einen Probedurchgang, damit sie den Ablauf vor Ort einmal durchgespielt haben.


Die grösste Herausforderung bestehe allerdings darin, den Tag so zu gestalten, dass immer eine gewisse Spannung in der Luft liege. «Eine Hochzeit enthält eine Reihe von Gänsehaut-Momenten. Dazwischen sollte es keine Durchhänger geben, bei denen sich die Leute zu langweilen beginnen. Deshalb muss man den Ablauf sehr gut takten», so Lidia Oehrli. «Dem Regieplan zum Trotz sollte der Tag der Hochzeit stets so wirken, als würde sich eines ganz natürlich aus dem anderen ergeben.»


Auf den Geschmack des Hochzeitsplanens ist Lidia Oehrli nicht etwa bei ihrer eigenen Hochzeit gekommen. Obwohl diese durchaus eine Herausforderung war: Die gebürtige Polin lebte mit ihrem Partner zwar in der Schweiz, doch wollte sie die Hochzeit traditionsgemäss in ihrem Heimatland feiern. «Dies von Adliswil aus zu organisieren, war nicht einfach», sagt Lidia Oehrli.


Fünf-Sterne-Schule hilft


Der Anstoss zum Berufswechsel kam aus dem Arbeitsleben: Als Tochter eines Hoteliers entschloss sich Lidia Oehrli, selber in dieser Branche zu arbeiten. Sie absolvierte die Hotelfachschule und später eine Ausbildung in Hotelmanagement. In 5*-Hotels war sie an der Planung von Hochzeiten und Events beteiligt, die höchsten Ansprüchen genügen mussten.


«Ich lernte, eine Klientel zufriedenzustellen, die oft das Unmögliche verlangte, und dabei stets die Ruhe zu bewahren. Irgendwann verspürte ich den Wunsch, Hochzeiten von A bis Z selbst zu planen», sagt Lidia Oehrli. Das Rüstzeug, das sie sich in der Fünf-Sterne-Hotellerie angeeignet hatte, hilft ihr bei der täglichen Arbeit und gibt ihr in Ausnahmesituationen die nötige Ruhe.


Für ihre Dienste verrechnet Lidia Oehrli 10 Prozent des Hochzeitsbudgets, das meist um die 50'000 Franken beträgt. Einen Teil sparen die Brautleute dadurch wieder ein, dass die Hochzeitsplanerin gute Konditionen aushandeln kann. «Ich selbst werde dabei nicht reich, aber mein Beruf macht mir unglaublich Spass», sagt Lidia Oehrli.


Quelle: Tages-Anzeiger, Beilage "BILDUNG"


Weiterführende Informationen:
yourbigday.ch


(Erstellt: 23. Mai 2017)

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