Wer sich vernetzt, profitiert

Soziale Netzwerke gewinnen bei der Stellensuche an Bedeutung. Wer die Privatsphäre-Einstellungen im Griff hat und einen professionellen digitalen Auftritt regelmässig pflegt, erhöht seine Chancen.

Von SKE


Einmal in der Woche den Anzeiger aus dem Briefkasten fischen, die möglichen Stellen dick anstreichen und schliesslich ein dickes Kuvert zur Post bringen. So sah die Stellensuche vor 20 Jahren aus, und so kann sie auch heute noch aussehen. In der Regel läuft sie aber anders ab. Das beginnt damit, dass Stellensuchende potenzielle Jobs meist online finden und endet damit, dass klassische Bewerbungen oft gar nicht mehr nötig sind.


Soziale Netzwerke werden bei der Stellensuche immer wichtiger. Wer gut vernetzt ist, hat bessere Chancen, Jobs zu entdecken, die gar nie ausgeschrieben werden. Die Social Media Expertin Sandra Albisser sagte in einem Interview: «Was im Offline-Leben funktioniert, funktioniert auch online. Fast 40 Prozent der Neubesetzungen finden sich über das persönliche Netzwerk und nicht über die klassische Anzeige und Ausschreibung.»


Ein professioneller digitaler Auftritt ist für Stellensuchende darum ein Muss – nicht nur, weil Unter­nehmen potenzielle Kandidaten meist sowieso googeln, bevor sie sie zum Vorstellungsgespräch einladen. Über soziale Medien lassen sich relativ einfach Kontakte pflegen, wobei sich die Chancen erhöhen, früher auf offene Stellen aufmerksam zu werden. Aber auch Personalverantwortliche und Personalberater bewegen sich auf diesen Kanälen, suchen dort teilweise direkt nach möglichen Kandidaten.


Facebook spielt bei der Stellensuche eine eher untergeordnete Rolle; Businessnetzwerke wie Xing oder Linkedin bieten die bessere Chance, sich als geeigneten Kandidaten zu präsentieren.


Welches die beste Plattform ist, hängt einerseits von den individuellen Jobvorstellungen ab: Darum nimmt man am besten zuerst eine Standort- und Zielbestimmung vor. Die Wahl hängt andererseits auch von der Branche ab: in der Medien-, Kommunikations- und HR-Branche sind zum Beispiel Linkedin und Xing beliebt, es gibt aber auch teilweise branchenspezifische Plattformen.


Digitale Profile sind zeitaufwändig, und ein aktuelles Profil ist viel wichtiger, als möglichst viele Profile. Konkret heisst das: Kontakte hinzufügen, die in derselben Branche oder in derselben Position arbeiten und Gruppen beitreten, die zum eigenen Berufsprofil passen. Auf diese Weise finden Personalberater und Personalverantwortliche den Weg aufs Profil.


Auftritte von Unternehmen und Verbänden, Personalvermittler, Stellenbörsen und Journalisten können Inputs für mögliche Stellen liefern.


Das Internet vergisst nie


Auch im Netz gibt nur eine Chance für einen ersten Eindruck. Regeln, die im Arbeitsalltag zählen, gelten auch hier. Darum: Bei der Wahrheit bleiben, auf sprachlichen Stil und Umgangsformen achten. Auch ein Profil mit Rechtschreibfehlern macht keinen guten Eindruck.


Durch die sozialen Netzwerke verschwimmen die Grenzen zwischen privatem und Arbeitsleben zusehends. Das peinliche Foto aus dem Mallorca-Urlaub mag die Freunde amüsieren, den zukünftigen Chef aber wohl weniger. Das weiss auch Sandra Albisser. Sie empfiehlt: Vorher überlegen, was man postet, die Privatsphäre-Einstellungen checken und regelmässig den eigenen Namen googeln.


Denn, so Albisser: «Arbeitgeber informieren sich über zukünftige Kandidaten auch über Suchmaschinen wie Google. Dadurch sehen sie unter Umständen die private Seite eines Kandidaten. Wo ist eine Person präsent? Wie gibt sie sich im Web? Ist diese Art mit der Firmenkultur vereinbar? Alle diese Fragen beantworten die Spuren im Netz.»


Quelle: Tages-Anzeiger, Beilage "BILDUNG"


(Erstellt: 22. Mai 2017)

Top Weiterbildungsanbieter

Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait

Promotion

Kostenlose Ebooks

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.