Viele Wege führen zur Lehre

Gemäss Entwicklungspsychologie sind Jugendliche ab dem 18. Lebensjahr reif für die Berufswahl. Das schweizerische Dualsystem hat viele Vorteile, aber manche Jugendliche sind damit überfordert. Eine Zwischenlösung hilft.

Von Regula Zellweger


Es gibt vielfältige Gründe, weshalb es mit der Lehrstellensuche nicht klappt. Ist der Jugendliche vom kognitiven Potenzial her nicht in der Lage, eine Attest­ausbildung zu machen, wird eine Anmeldung bei der Invalidenversicherung (IV) vorgeschlagen. Die IV bietet auch Ausbildungen an, in welchen der Schulstoff dem Lernenden angepasst wird. Ist die IV kein Thema, kann eine geeignete Anschlusslösung gewählt werden.


Liliane Müller vom Laufbahnzentrum Zürich führt aus: «Dies wird in der Berufsberatung thematisiert. Das Berufsvorbereitungsjahr BVJ, ein öffentliches 10. Schuljahr, ist dann sinnvoll, wenn der Jugendliche noch gerne zu Schule geht. Das BVJ bietet die Möglichkeit, die Noten zu verbessern – oder auch das Sozialverhalten. Denn andere Lehrpersonen oder ein anderes Klassenklima können Wunder wirken.» Ist der Jugendliche schulmüde, dann sind Motivationssemester mit Praktika / Gruppenarbeit und einem Schultag die bessere Lösung. Hier können sie aufblühen, wenn sie positive Rückmeldungen erhalten. Bei vielen reicht dieses Zwischenjahr, um dann eine Lehrstelle zu finden.


Intensive Betreuung


«Zusätzlich gibt es im Kanton Zürich Programme wie das Lernwerk und EBA Plus. Lernwerk ist ein Zwischenjahr. Die Jugendlichen werden eng begleitet, es werden schulische Lücken gefüllt und interne Arbeitseinsätze geleistet. Wird eine EBA-Lehrstelle gefunden, bietet das Lernwerk während der Lehre die Möglichkeit einer Lernbegleitung an. EBA Plus von Impulsis setzt ebenfalls dort an. Die Lernenden werden während der Lehre bis zum Abschluss begleitet. Diese Angebote entlasten den Betrieb, da sich Impulsis und Lernwerk nicht nur um die schulische Unterstützung kümmern, sondern auch um das Soziale. Mit dieser Unterstützung schaffen es viele Jugendliche, die Lehre zu beenden, auch wenn die Ausgangslage nicht so rosig war», informiert Liliane Müller.


In Kanton Aargau unterstützt die öffentliche Berufsberatung ask! beispielsweise mit «Junior Mentoring», einem Programm mit Freiwilligen, die von ask! geschult werden. «Lehrstelle JETZT PLUS» unterstützt Jugendliche, die kurz vor Schulende noch keinen Ausbildungsplatz und keine andere Anschlusslösung gefunden haben. Betroffene und ihre Bezugspersonen informierten sich am besten frühzeitig über Angebote ihrer kantonalen Berufsinformationsstellen.


Quelle: Tages Anzeiger, Beilage «Bildung»


Weiterführende Informationen:
www.berufsberatung.ch


(Erstellt: 1. Mai 2017)

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