Lehrstellensuche - Chancen steigen

Weniger Jugendliche, gleich viele Lehrstellen: Der Lehrstellenmarkt hat sich entspannt. Ausländische Jugendliche profitieren aber weniger als Schweizer.

Von PD/AKV


Die gute Nachricht vorweg: In der Schweiz haben im vergangenen Sommer von 144 500 Jugendlichen unmittelbar nach der obligatorischen Schulzeit rund 84 500 eine Lehrstelle angetreten. Andere schafften den Übertritt in eine Mittelschule oder fanden eine Übergangslösung. Nur 13 500 waren im August laut einer Erhebung des Staatssekretzaritas für Bildunbg, Forschung un Innovation (SBFI) noch auf der Suche nach Möglichkeiten. Das heisst: Die grosse Mehrheit der Jugendlichen hat einen nahtlosen Anschluss an die Schule geschafft.


Breiteres Angebot


Das hat unter anderem damit zu tun, dass deutlich weniger Jugendliche aus der Schule kommen als noch vor einigen Jahren. Die Lehrbetriebe haben das Angebot an Lehrstellen hingegen nicht im selben Mass reduziert. Rund 10 000 angebotene Lehrstellen sind im laufenden Jahr noch unbesetzt; wer heute aus der Schule kommt, hat mithin die Chance, ein breiteres Angebot anzutreffen.

Auch ehemals verwöhnte Branchen wie die Banken berichten über halb so viele Interessierte wie früher. Daher sind die Ausbildungsbetriebe flexibler geworden: Sie laden auch mal einen Jugendlichen ein, dessen Bewerbungsunter-lagen nicht perfekt sind. Es kommt vor, dass einem Jugendlichen eine Lehrstelle angeboten wird, obwohl sein Profil nicht vollständig den Anforderungen entspricht oder die schulischen Leistungen nicht ganz überzeugen. Auch sind Lehrbetriebe offener, wenn es darum geht, Lehrstellen nicht geschlechtstypisch zu ver­geben.


Viele Bewerbungen nötig


Selbstverständlich gilt immer noch: Wer die Grundanforderungen für einen Beruf nicht erfüllt, wird nicht eingestellt. Wer nicht freundlich auftritt, wer nicht motiviert und zuverlässig wirkt, hat weniger Chancen. Da aber in vielen Betrieben ein gewisser Spielraum besteht, sind die Möglichkeiten gestiegen.

Gilt das für alle Schülerinnen und Schüler? Haben Hakan Arakelyan und Lea Huber die gleichen Chancen, wenn sie über vergleichbare Zeugnisse und Fähigkeiten verfügen? Die Antwort ist schwierig. Ein Hinweis gibt die erwähnte Statistik: Nur jede zweite Ausländerin, jeder zweite Ausländer konnte direkt nach der Schule in eine Lehrstelle oder eine Mittelschule übertreten. Und laut Stastistiken muss ein Schweizer bis zur Unterzeichnung eines Lehrvertrags im Schnitt rund zehn Bewerbungen schreiben, ein Ausländer aber 28.

Wer erst seit Kurzem in der Schweiz lebt und die Sprache nicht beherrscht, kann logischerweise nicht unmittelbar als Detailhandelsangestellter einen Sportschuh verkaufen. Das Ausmass der Unterschiede zwischen In- und Ausländern weist aber darauf hin, dass das nicht der einzige Grund ist. Weitere Gründe könnten die mangelnde Unterstützung der Jugendlichen durch ihr Umfeld sowie Vorurteile bei einem Teil der Betriebe sein.


Beratung und Coaching


Zum Glück gibt es – für Schweizer und für Ausländer – zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten: Ergänzend zum Engagement von Eltern und Lehrkräften führen BIZ-Berater mit Jugendlichen und Eltern Gespräche und geben Tipps. Darüber hinaus gibt es weitere Unterstützungsangebote, die je nach Komplexität der Situation von der Unterstützung durch ehrenamtliche oder professionelle Coaches bis hin zur längerfristigen Begleitung durch Case Manager reichen.

Bei Schwierigkeiten während der Lehre vermittelt die Ausbildungsberatung zwischen Lehrling und Betrieb. Ziel ist die Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft und die Versorgung der Wirtschaft mit qualifizierten Arbeitskräften.


Quelle: Tages Anzeiger, Beilage «Bildung»



Weiterführende Informationen:
lehnplatz 10


(Erstellt: 17. Dezember 2016)

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