Lebenslanges Lernen wird zum Überlebensfaktor

Die Digitalisierung setzt sich unaufhaltsam fort. Einige Berufsbilder verändern sich oder verschwinden ganz. Die entscheidende Frage aus Sicht der Personalentwicklung lautet: Welche Rolle spielen künftig die Mitarbeiter?

Von Daniel C. Schmid


Alles, was digitalisierbar ist, wird digitalisiert. Nehmen wir den Finanzsektor als Beispiel, konkret den Anlagenberater. «Robo Advice» heisst die automatisierte Wertpapierberatung. Sie ist bereits im Einsatz und könnte in Zukunft den persönlichen Berater komplett überflüssig machen. Der auf Algorithmen basierende Service lernt und kann damit auch «individuelle», den Kundenwünschen entsprechende Angebote erstellen. Deshalb stellt sich die Frage: Wo ist der Mensch der Maschine noch überlegen?

In der anbrechenden «vierten Industriellen Revolution» wird lebenslanges Lernen für Unternehmen zum zentralen Überlebensfaktor. Denn das Erlernen von Management- und Führungskompetenzen ist auch künftig nur bedingt digitalisierbar. Und Fähigkeiten wie Innovation, Kreativität oder Konfliktkompetenz bleiben bis auf Weiteres der Spezies Homo Sapiens vorbehalten. So hat analoges Erfahrungslernen allen Unkenrufen zum Trotz auch weiterhin Zukunft.


Demografische Notwendigkeit


In Politik, Wirtschaft und im Bildungswesen ist seit längerem von «Lifelong Learning», sprich lebenslangem Lernen die Rede, oder wie der Volksmund sagt: Der Mensch lernt nie aus. Medial herrscht breite Zustimmung, doch aufgepasst: Dieser Zuspruch widerspiegelt sich nicht in den aktuellen Weiterbildungsstatistiken, wenn es um die Altersgruppe ab 45 Jahren geht. Bildungsexperten stellen nämlich fest, dass die Fortbildungs-Nachfrage bei Menschen ab 45 deutlich schwindet.

Dabei wäre dies die zentrale Alters- und Beschäftigungsgruppe, wenn man den demografischen und wirtschaftlichen Wandel analysiert. Das Bundesamt für Statistik prognostiziert für 2050 einen Anteil der über 50-Jährigen von 33,6 % aller Erwerbstätigen. Zum Vergleich: 2007 machte diese Altersklasse noch 27,7 % aus. Hinzu kommt, dass die Schweiz bereits heute eine überdurchschnittlich hohe Erwerbsquote der 50- bis 64-Jährigen aufweist.


Schlüssel zum Erfolg


Ein Grossteil der beruflichen Weiterentwicklung vollzieht sich heute am Arbeitsplatz, wie das 70:20:10- Modell besagt: Mitarbeitende lernen zu 70 Prozent, indem sie sich neuen herausfordernden Aufgaben stellen, zu 20 Prozent durch ihr berufliches Umfeld und schliesslich zu 10 Prozent durch traditionelle Weiterbildungen. Reicht das aus, zumal die Umsetzung oftmals in der Alltagshektik unterzugehen droht?

Wir haben festgestellt, dass erfahrene Fach- und Kaderleute klare Ansprüche haben, wenn es um ihre persönliche Fortbildung geht: Praktischer Nutzen, Effizienz, terminliche Flexibilität und insbesondere der individuelle Transfer in den Arbeitsalltag stehen im Vordergrund. Diesen Anliegen müssen zeitgemässe Weiterbildungsmöglichkeiten gerecht werden. Lernen als das Koppeln von Erfahrung mit dem Erkennen und Begreifen von Neuem, lautet die didaktische Maxime.

Dabei wird die konkrete Umsetzung direkt in die Lernschritte integriert, wobei sich analoge und digitale Lernmedien optimal ergänzen. Oberstes Ziel ist der konkrete Nutzen in möglichst kurzer Zeit. Der Anspruch bleibt dabei stets derselbe, oder wie schon Laotse wusste: «Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.»


Quelle: Tages Anzeiger, Beilage «Bildung»


Weiterführende Informationen:
www.fh-hwz.ch


(Erstellt: 15. Dezember 2016)

Top Weiterbildungsanbieter

Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait
Zum Anbieterportrait