Kompetenzen schärfen

Umsetzungsorientierte Kurzkurse oder Lehrgänge zur Vertiefung des Wissens? Die Weiterbildungskosten sind in jedem Fall als Investition betrachtet zu werden.

Von Matthias Mölleney


Viele Unternehmen behaupten, in die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden zu investieren. In der betriebswirtschaftlichen Realität sind die finanziellen Beiträge in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden aber nach wie vor Kosten und nicht Investitionen. Wären es Investitionen, müsste man sich darüber Gedanken machen, welchen Wert eine Weiterbildung darstellt und über welchen Zeitraum der erreichte Mehrwert abgeschrieben werden sollte.


Zunehmende Tendenz zur Konvergenz


Es würde sich dann auch die Frage stellen, ob kurze Kurse eine bessere Weiterbildungsrendite bringen als klassische Programme wie zum Beispiel CAS, MAS oder MBA. Was der Arbeitsmarkt fordert, sind einerseits aktuelle, anwendungsorientierte Qualifikationen, andererseits aber auch gute Grundlagen. In der Praxis der Weiterbildungsangebote werden wir vermutlich in den nächsten Jahren eine zunehmende Konvergenz beobachten können. Anbieter von kurzen Kursen werden noch mehr versuchen, ihr Angebot so zu strukturieren, dass man mehrere kurze Kurse zu einem integrierten Programm kombinieren kann, und klassische Weiterbildungsinstitutionen wie Fachhochschulen werden die Modularisierung ihrer Angebote weiterentwickeln, damit sich die Studierenden ein möglichst massgeschneidertes Programm zusammenstellen können.


Das ist betriebswirtschaftlich zumindest kurzfristig möglicherweise sinnvoll, es vergrössert aber leider auch die heute schon mangelhafte Übersichtlichkeit des Weiterbildungsmarktes. Was wirklich helfen würde, wäre eine konsequente Betrachtung aller Weiterbildungsaufwendungen als Investitionen mit allen entsprechenden Konsequenzen. Man wird dann sehen, dass die Arbeitswelt beides braucht: aktuelle, professionell organisierte und konsequent umsetzungsorientierte Kurse zur raschen Anpassung der Qualifikation an berufliche Veränderungen, aber auch gut strukturierte und auf nachhaltiges Lernen von Grundlagenwissen ausgerichtete Weiterbildungsprogramme mit entsprechenden Abschlüssen.


Vorteile kurzer Kurse


Kurze Kurse werden aber auch für weitere Bedürfnisse gebraucht. Menschen, die sich beruflich verändern möchten, können in kurzen Kursen andere Wunschtätigkeiten sozusagen ausprobieren und sich die Voraussetzungen für einen Querwechsel erarbeiten. In nächster Zeit wird sich aber auch die Zielgruppe älterer, erfahrener Fach- und Führungskräfte vermehrt für Kurse interessieren. Wenn ihnen klar wird, dass sich ihre Lebensarbeitszeit verlängern wird und sie entsprechend länger über aktuelles Wissen verfügen müssen, werden sie sich vermutlich nicht für klassische Weiterbildungen mit Prüfungen und Zertifikaten interessieren, sondern für kurze, spezifische Updates genau auf den Gebieten, wo ihnen die entsprechende Investition am meisten bringt.


Im Lebenslauf hat beides seinen Wert, eine solide Grund- und Weiterbildung als Basis und darauf aufbauend ein gutes Portfolio aktueller und spezifischer Kurzkurse, die das Profil der Bewerber schärfen und den Wert der vorhandenen Kompetenzen nachhaltiger machen.


Matthias Mölleney ist Inhaber der HR-Unternehmensberatung peopleXpert, Leiter des Center for HRM & Leadership an der HWZ und Mitglied des Beirats DIPLOMA der Klubschule Migros.


Quelle: Tages Anzeiger, Beilage «Aus- & Weiterbildung»



(Erstellt: 27. März 2015)

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